Sonntag, 4. August 2013

Gestaltung einer Feldulme (Ulmus minor)

Letzte Woche habe ich mir diese Feldulme (Ulmus minor) zugelegt. Mein Ziel ist, die Form im Allgemeinen zu verändern und damit ein harmonischeres Gesamtbild zu erreichen. Der Wurzelansatz ist akzeptabel, eine Verjüngung von der Basis zur Spitze ist vorhanden. Der Baum hat einen Doppelstamm, was ich ganz interessant finde, jedoch ist der Nebenstamm an der Spitze zu dick, so daß ich Ihn in der Höhe reduzieren werde. Auch steht er in der Länge in Konkurenz mit dem Hauptstamm und erzeugt eine Symmetrie, die ich vermeiden möchte. Die Äste sind durch unordnungsgemäßen Rückschnitt zu lang geworden, damit ist die Form aus dem Konzept geraten: Oben und nach hinten geht der Baum zu sehr in die Breite, die Äste und Zweige wachsen ungeordnet - das stört den Gesamteindruck.








Diese Detailaufnahmen zeigen einige Äste, die zu lang geworden sind, es ist keine Verzweigung und schöne Verjüngung vorhanden, die Blätter sind zu weit außen. Das kann durch drastischen Rückschnitt verbessert werden: der neue Austrieb wird dann zum Neuaufbau verwendet.

Momentan ist es Anfang August, so daß ich diesen Schritt erst im Winter angehen werde. Der Baum hat für sein Gesamtverhältnis wenig Laub, ein Zurückschneiden aller Äste hätte den vollständigen Verlust zur Folge. So stehen ihm weniger Blätter zur Energiegewinnung zur Verfügung. Da sich die Pflanze nun für den Winter vorbereitet und Nähstoffe anspart, wäre dies ein Risiko für das Überleben im Winter. Persönlich glaube ich auch, daß der Baum nach dem Rückschnitt jetzt noch auf die Idee kommt, einen neuen Austrieb zu produzieren, was einen Verbrauch an Energie zur Folge hätte, die er für den Winter und Frühling brauchen wird.

Deswegen mache ich nur eine kleine Grundgestaltung, um mir die spätere Form zu besser vorstellen zu können.











Der Nebenstamm wird in der Länge reduziert, um auf lange sicht eine bessere Verjüngung zu erreichen, die der angestrebten Höhe gerecht werden kann. Auf der Rückseite des Stammes befindet sich ein Ast, den ich für die Tiefenwirkung benutzen werde, der Ast darüber wird später mit Draht zur neuen Spitze geformt.



























Für die neue Grundgestaltung habe ich einige Äste gedrahtet und dann neu geformt. Da er wenige Blätter hat, ist das auch mit Laub gut möglich. Da um diese Jahreszeit noch Dickenwachstum stattfindet, werde ich die Drähte regelmäßig kontrollieren, und den Draht abnehmen, bevor die Äste zu dick werden, damit keine Drahtnarben entstehen.

Dieser Ast hat keinerlei Bewegung, er ist zu lang und gerade, keine Verzweigung, keine Verjüngung.










Das vorläufige Ergebnis. Der Wurzelansatz kommt bei dieser Ansicht meiner Meinung nach am Besten zur Geltung. Nächsten Winter wird der Baum zurück geschnitten und dann in der darauf folgenden Wintersaison wird der neue Austrieb gedrahtet. Dann geht es an die Entwicklung der Verzweigung. In der Zukunft wird der Baum noch einiges an Volumen zunehmen.

Um die Neigung muss ich mir auch noch Gedanken machen, momentan lehnt sich der Baum zu sehr nach rechts, was ich beim nächsten Umtopfen korrigieren werde. Eine leichte Anhebung nach links wird die Kippwirkung ausgleichen.


Ich halte Euch auf dem Laufenden. Momentan ist der Baum immer noch zu unstrukturiert, aber die Umrisse der Krone ist erkennbar. Mal schauen, was ich daraus in Zukunft machen kann.

Früher hätte ich den Baum jetzt schon radikal zurückgeschnitten. Ich bin froh erkannt zu haben, daß man unbedingt mit den Jahreszeiten arbeiten muss, um lange Freude an den Bäumen zu haben. Es ist nicht sinnvoll, schnelle Ergebnisse zu produzieren, um dann über Jahre mit geschwächten Pflanzen zu arbeiten und sich ständig Sorge um deren Überleben machen zu müssen. Oder gar Pflanzen zu verlieren, weil die Geduld gefehlt hat. Ich freue mich einfach auf den Winter und plane vorraus, was dann an Arbeit ansteht.


Kommentare:

  1. Hallo!

    Das wird mal ne Schöne Ulme.
    Habe selbst auch einige ausgegrabene Feldulmen.
    Die Feldulme ist mein Lieblingsbonsai.
    Inehalb vergleichsweise kurzer Zeit erreicht man einen guten und feinen Astaufbau.

    Gruß von Karl

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    1. Danke Karl, ich liebe Ulmen :) hoffentlich wird die so wie ich sie mir vorstelle :)

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