Endlich ist es soweit, das Abmoosen der Zelkove hat funktioniert! Ende Februar habe ich den Baum erneut dafür vorbereitet, mit dem Unterschied, die Lücke größer zu machen, damit sich nicht wieder eine Brücke bilden kann. Und siehe da, jetzt, Anfang Juli, hat´s geklappt:
Rund um den Topf sind überall neue Wurzeln entstanden, die den Topf schon vollständig ausfüllten.
Also habe ich den Teil abgeschnitten, eine Schale vorbereitet und den nun neuen Baum umgesetzt.
An den Wurzeln habe ich nichts gemacht, nur die Erde oben bis zum Ansatz weggenommen. Viele Waschen die alte Erde sofort raus, aber ich habe da Zweifel, dass das mitten im Sommer funktioniert. Bei Wurzelarbeiten bin ich aus eigener Erfahrung vorsichtiger geworden.
Das verschiebe ich dann auf nächstes Frühjahr. Dann werden die Wurzeln auch für einen schönen Wurzelansatz angeordnet und eine passende Schale gewählt, der Stumpf unten korrekt angepasst und mit Wundpaste verschlossen etc...
Der Baum ist ganz fest fixiert, damit er nicht wackeln kann durch
Wind und Wetter. Jetzt darf er sich selbst aus seinen neuen Wurzeln
versorgen und in diese Schale reinwachsen.
Endlich!
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Sonntag, 30. Juni 2013
Dienstag, 24. Juli 2012
Abmoosen einer japanischen Zelkove (Zelkova serata)
Liebe Bonsaifreunde.
Update:
So sieht der Baum nach 2 Monaten aus, es könnte sich also lohnen:
André
heute habe ich meinen ersten Versuch
gewagt, die Spitze einer vernachlässigten jap. Zelkove für eine
spätere Neugestaltung abzumoosen.
Unter Abmoosen versteht man den
Versuch, an ausgewählten Stellen neue Wurzeln zu erschaffen.
Entweder zur kompletten Neugestaltung eines Wurzelansatzes, oder das
Abtrennen von Baumteilen durch Wurzelneubildung. Ursprünglich wurde
die verletze Stelle mit feuchtem Moos umwickelt, um gleichbleibende
Feuchtigkeit zu gewährleisten. Daher der Name. Ich benutze aber
Bonsaigranulat, welches in einen Kunststofftopf gegeben wird, der die
abgerindete Stelle umgibt.
Die erste Schicht hinter einer
Baumrinde -die Bastschicht- dient dem Baum als Leitung der von den
Blättern produzierten Nährstoffe zur Wurzel. Die zweite Schicht ist
das Kambium, welches Zellen für das Wachstum produziert. Die dritte
Schicht, das Splintholz, ist dazu da, die Blätter mit Nährstoffen,
aufgenommen von den Wurzeln, zu versorgen. Dahinter ist das Kernholz,
das die Stabilität gibt.
Beim Abmoosen wird durch das Abtragen
der ersten Schicht hinter der Rinde verhindert, dass der Baum die
Wurzeln mit den von den Blättern produzierten Nährstoffen versorgen
kann. Da der Baum überleben will, muss er neue Wurzeln bilden, was
er in der Regel auch macht. Das Kambium wird abgeschabt, damit der
Baum kein Kallusgewebe bildet, was als Brücke zwischen der
Verletzung dienen kann. Also wird der Baum keine neuen Wurzeln
bilden! Die 3. Schicht (das Splintholz) wird unangetastet gelassen,
damit die Wurzeln den Baum weiter mit Wasser und Nährstoffen
versorgen können. Sonst trocknet er aus.
Um ein Gefühl für diese Schichten zu
bekommen, rate ich, dies an abgeschnittenen Ästen oder ähnlichem,
auszuprobieren.
In
einem Fachgeschäft habe ich diese jap. Zelkove erworben, die vom
Vorbesitzer zum Verkauf abgegeben wurde. Ich habe sie eigentlich
nicht weiter beachtet, bis ich eher aus versehen wieder darauf
gestoßen bin. Da fiel mir die Spitze des Baumes auf:
Der Baum hat stark gelitten, 2/3 der
Äste sind abgestorben oder wurden abgetrennt. Einzig interessant ist
die Spitze, die noch eine ganz akzeptable Aststellung und -dichte
bietet:
Die Spitze -und damit der spätere
Baum-, ist ca. 25cm hoch, der Stamm soll eine Länge von ungefähr
1/3 der Baumgröße bekommen. Also circa 17cm vom unteren Ast aus.
Dies ist die Stelle, wo die Abmoosung stattfinden soll. Die unteren 2
Äste kommen noch weg: einer ist unnötig, einer sowieso Trocken. Die
Abmoostelle ist dicht über dem abgeschnittenen Ast. Also verkürze
ich diesen bis hin zum Stamm.
Den Stamm schneide ich mit einem
Teppichmesser ringsherum ein, das gleiche nochmal obendrüber, ca.
1cm über dem ersten Einschnitt. Danach wird die Rinde langsam
entfernt, hier benutze ich die Spitze des Tepichmessers und heble die
Schicht Rinde einfach ab. Teilweise schabe ich die Rinde mit der
Klinge auch von oben nach unten ab.
Das Ergebnis sieht so aus;
Das mache ich ringsherum:
Ich habe das selbst noch nicht gemacht
und glaube einfach, das das tief genug ist. Wenn nicht, bilden sich
keine neuen Wurzeln und ich muss das Ganze wiederholen.
Nun nehme ich einen vorbereiteten
schwarzen Plastiktopf , indem ich unten ein Loch in Stammdicke und
einmal längs aufschneide. Dann habe ich eine Tüte mit reingetan,
weil der Plastiktopf unten Löcher hat und die Erde rausfallen kann –
man kann natürlich auch andere Behälter benutzen. In die Tüte
habe ich Löcher geschnitten, damit das Wasser abfließen kann. Ich
habe den schwarzen Topf gewählt, weil er schneller warm wird bei
Sonneneinstrahlung, und Wärme beschleunigt das Wurzelwachstum. Weiße
Joghurtbecher haben den gegenteiligen Effekt.
Das ganze Gebilde bringe ich jetzt an
den Stamm an. Die Einkerbung sollte später vollständig mit Erde
bedeckt sein, also ungefähr in die Mitte bringen oder drunter. Hier
also noch weiter rauf:
Damit das Teil auch hält, habe ich
nach dem Festsetzen der Position einen etwas dickeren Draht unter den
Topf um den Stamm gewickelt, als Stütze, denn es kommt ja noch
Erdmischung rein, die das Ganze schwerer macht:
Sollte die Erde zu schnell austrocknen,
daß ich mit dem Gießen nicht hinterherkomme, stülpe ich eine
schwarze Tüte drum.
Jetzt kann man sich sicherlich auch
ungefähr vorstellen, wie der Baum einmal aussehen könnte. Ich
stelle mir schon die dichtere Krone, einen tollen Wurzelansatz und,
natürlich, eine handgemachte Schale vor. Das Astloch kann noch so
gestaltet werden, dass es natürlich aussieht. Und und und! Ich
kann´s kaum erwarten. Bis zum Herbst muss ich mich aber mindestens
Gedulden! Aber dann könnte ich einen kleinen Shohin mein Eigen
nennen - mit einer Größe von 25 cm. Eine eigentlich recht schnelle
Methode für so ein tolles Ergebnis! Haltet also Ausschau auch nach
Unscheinbarem!
Der Baum steht jetzt so unten im
Garten, ich habe noch BioGold Dünger auf die Erde gelegt, als
Bestechung sozusagen, dass er, wohlgenährt und zufrieden, neue
Wurzeln bildet!
Update:
So sieht der Baum nach 2 Monaten aus, es könnte sich also lohnen:
Wünscht mir Glück! Ich halte Euch
auf dem Laufenden!
Sonntag, 22. Juli 2012
Gestaltungstagebuch Juniperus chinensis, Chinawacholder
Hallo allerseits,
ich habe ja versprochen, Euch über die
Gestaltungen auf den Laufenden zu halten.
Hier ist der Wacholder, den ich im
angebrochenen Frühjahr gestaltet habe. Er hat 2 Äste verloren, die
beim Drahten und Biegen beim Übergang in den Stamm eingerissen
waren. Da muss ich noch vorsichtiger werden. Andere eingerissene sind
jedoch wieder angewachsen. Das entscheidet eben immer der Baum.
Aber durch Biegen anderer Äste zum
Lückenfüllen habe ich das Problem lösen können. Steht ihm
vielleicht sogar besser.
Der Austrieb ist noch recht vorsichtig,
und wie erwartet hat er, neben dem normalen, schuppigen Laub, auch
sogenanntes Stresslaub gebildet. Sieht man am unteren Ast, der helle
Neuaustrieb.
Da es ihm den Umständen entsprechend
gut geht, und er die unteren, schwächeren Äste auch neu belaubt,
habe ich nun noch die Spitze gestaltet.
Nächstes Jahr kann er in eine Schale
gesetzt werden, wo ich dann die Neigung bestimmen werde und mir
nochmal Gedanken um die erstmal endgültige Vorderseite machen werde.
Deswegen bleibt der 2. Ast von unten rechts erstmal auch so lang.
Bis bald
André
Erstgestaltung Juniperus chinensis, Chinawacholder
Liebe Bonsaifreunde,
in dieser kleinen Fotoserie zeige ich Euch den Gestaltungsprozess an einem Baum, den ich aus einem Fachgeschäft habe.
Ich finde den schön gewundenen Stamm ganz interessant und habe mir gedacht, daraus eventuell einen Shohin zu gestalten.
Leider läuft der Stamm oben sehr gerade aus, was mir nicht ganz gefällt.
Das kann man aber ändern. Der Baum ist gesund, also sollte eine Grundgestaltung ohne großes Risiko zu machen sein.
Um den Stammverlauf besser betonen zu können, habe ich mich entschlossen, die unteren Äste zu entfernen und Jins daraus zu gestalten.
Mit einer Zange quetsche ich den abgeschnittenen Ast zusammen, entferne die Rinde und/oder ziehe die Rinde vorsichtig nach unten ab. Die Rinde ist im feuchten oder frischen Zustand um einiges leichter zu enfernen!
Hier sollte vorher überlegt werden, wie weit die Rinde abgezogen werden soll, und die Stelle am Schluß mit einem Teppichmesser o.ä. durch Einritzen markiert und damit die Länge der entfernten Rinde begrenzt werden.
Abgeschnittene Äste schmeiße ich nicht weg, sondern versuche, Stecklinge daraus zu ziehen.
Nachdem die untern Äste entfernt waren, wurde ich unschlüssig, wie es
weitergehen würde. Das diese Äste weg mußten, wusste ich gleich, aber
jetzt war ich am überlegen, welche Seite die Vorderseite werden würde,
welche Äste oben noch weg müssten.
Ab ist eben ab! Ich drehte den Baum, kippte, bog Äste in alle Richtungen, ganze 2 Tage lang. Da ich so nicht weiterkam, fing ich an, die wahrscheinlich linke Seite schonmal zu drahten, und dabei entwickelte ich die Idee, die Spitze weiter nach Vorne zu bringen, und damit den geraden Teil oben zu verkürzen. Der Stamm ist da aber ziemlich dick, aber mit dickem Aludraht sollte das zu machen sein.
Wie man am nächsten Bild sieht, habe ich dabei aber einen Fehler begannen. Der Plan war, durch drahten und ziehen – unter Zuhilfenahme des Stumpfes des abgeschnitten Astes – die Spitze neu zu gestalten und zum Betrachter hin zu ziehen.
Die Windungen sind jedoch zu eng gewickelt, und ein dünnerer Draht wurde parallel zum dicken gelegt. Damit nehme ich mir natürlich die Möglichkeit, den Ast nach innen zu biegen, da keine Freifläche zwischen den Drähten vorhanden ist! Dann blockiert sich der Draht natürlich selbst, da die Windungen direkt aufeinander liegen.
Dies wird verhindert, indem man Drähte immer möglichst sehr genau in einem Winkel von 45 ° um die Äste oder Stämme wickelt. Hier ist die Wicklung zu eng. Also: genau – NOCHMAL! Seufz!
Nachdem der Baum erneut gedrahtet wurde habe ich die verbliebenden Äste ausgelichtet, neu gestaltet und positioniert. Da der Draht nun richtig liegt, brauche ich die Spitze auch nicht mehr heranziehen, der Draht hat ausgereicht!
Da dies die allererste Grundgestaltung ist, ist noch viel zu machen und die Feinheiten müssen noch herausgearbeitet werden. Das geht aber erst, nachdem sich der Baum von der bisherigen Prozedur erholt hat, und ich sehe, wie sich die Astpolster entwickeln werden.
Wenn ich ihn später schräg eintopfe, müssen die Äste sowieso nochmal gerade gestellt werden. Den Stumpf lass ich auch erstmal stehen, der kommt, wenn ich ihn zum Draht fixieren nicht mehr brauche, ganz weg.
Die Spitze soll noch weiter nach oben wachsen und noch eine weitere Stufe soll gebildet werden, der Baum also insgesamt ein wenig höher werden. Da freue ich mich schon drauf.
Jetzt muß der Baum erstmal Ruhen und sich erholen. Ich nehme an, der Wacholder wird sogenanntes Stresslaub bilden, wenn er austreibt. Das machen Wacholder, wenn sie zu sehr geärgert werden, sehr gerne.
Stresslaub ist stacheliger als das normale, schuppige Laub. Daran erkennt man auch, ob es dem Baum im Allgemeinen gut geht. Bildet ein Juniperus chinensis ohne weitreichende Gestaltungsmaßnahmen stacheliges Laub aus, sollte man den Gesundheitszustand überprüfen!
André
in dieser kleinen Fotoserie zeige ich Euch den Gestaltungsprozess an einem Baum, den ich aus einem Fachgeschäft habe.
Ich finde den schön gewundenen Stamm ganz interessant und habe mir gedacht, daraus eventuell einen Shohin zu gestalten.
Leider läuft der Stamm oben sehr gerade aus, was mir nicht ganz gefällt.
Das kann man aber ändern. Der Baum ist gesund, also sollte eine Grundgestaltung ohne großes Risiko zu machen sein.
Um den Stammverlauf besser betonen zu können, habe ich mich entschlossen, die unteren Äste zu entfernen und Jins daraus zu gestalten.
Mit einer Zange quetsche ich den abgeschnittenen Ast zusammen, entferne die Rinde und/oder ziehe die Rinde vorsichtig nach unten ab. Die Rinde ist im feuchten oder frischen Zustand um einiges leichter zu enfernen!
Hier sollte vorher überlegt werden, wie weit die Rinde abgezogen werden soll, und die Stelle am Schluß mit einem Teppichmesser o.ä. durch Einritzen markiert und damit die Länge der entfernten Rinde begrenzt werden.
Abgeschnittene Äste schmeiße ich nicht weg, sondern versuche, Stecklinge daraus zu ziehen.
Ab ist eben ab! Ich drehte den Baum, kippte, bog Äste in alle Richtungen, ganze 2 Tage lang. Da ich so nicht weiterkam, fing ich an, die wahrscheinlich linke Seite schonmal zu drahten, und dabei entwickelte ich die Idee, die Spitze weiter nach Vorne zu bringen, und damit den geraden Teil oben zu verkürzen. Der Stamm ist da aber ziemlich dick, aber mit dickem Aludraht sollte das zu machen sein.
Wie man am nächsten Bild sieht, habe ich dabei aber einen Fehler begannen. Der Plan war, durch drahten und ziehen – unter Zuhilfenahme des Stumpfes des abgeschnitten Astes – die Spitze neu zu gestalten und zum Betrachter hin zu ziehen.
Die Windungen sind jedoch zu eng gewickelt, und ein dünnerer Draht wurde parallel zum dicken gelegt. Damit nehme ich mir natürlich die Möglichkeit, den Ast nach innen zu biegen, da keine Freifläche zwischen den Drähten vorhanden ist! Dann blockiert sich der Draht natürlich selbst, da die Windungen direkt aufeinander liegen.
Dies wird verhindert, indem man Drähte immer möglichst sehr genau in einem Winkel von 45 ° um die Äste oder Stämme wickelt. Hier ist die Wicklung zu eng. Also: genau – NOCHMAL! Seufz!
Nachdem der Baum erneut gedrahtet wurde habe ich die verbliebenden Äste ausgelichtet, neu gestaltet und positioniert. Da der Draht nun richtig liegt, brauche ich die Spitze auch nicht mehr heranziehen, der Draht hat ausgereicht!
Da dies die allererste Grundgestaltung ist, ist noch viel zu machen und die Feinheiten müssen noch herausgearbeitet werden. Das geht aber erst, nachdem sich der Baum von der bisherigen Prozedur erholt hat, und ich sehe, wie sich die Astpolster entwickeln werden.
Wenn ich ihn später schräg eintopfe, müssen die Äste sowieso nochmal gerade gestellt werden. Den Stumpf lass ich auch erstmal stehen, der kommt, wenn ich ihn zum Draht fixieren nicht mehr brauche, ganz weg.
Die Spitze soll noch weiter nach oben wachsen und noch eine weitere Stufe soll gebildet werden, der Baum also insgesamt ein wenig höher werden. Da freue ich mich schon drauf.
Jetzt muß der Baum erstmal Ruhen und sich erholen. Ich nehme an, der Wacholder wird sogenanntes Stresslaub bilden, wenn er austreibt. Das machen Wacholder, wenn sie zu sehr geärgert werden, sehr gerne.
Stresslaub ist stacheliger als das normale, schuppige Laub. Daran erkennt man auch, ob es dem Baum im Allgemeinen gut geht. Bildet ein Juniperus chinensis ohne weitreichende Gestaltungsmaßnahmen stacheliges Laub aus, sollte man den Gesundheitszustand überprüfen!
Das sieht jetzt am Ende sehr radikal und noch mehr gerupft aus, jedoch wird der Baum in der
Zukunft an Grün zunehmen und wieder einen gesünderen und volleren
Eindruck machen. Ich halte Euch mit aktuellen Bildern auf dem Laufenden!
André
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