Nachdem ich den Baum gedrahtet und alle Äste positioniert hatte, bin ich zu einem Bonsai Gestalter gegangen und habe mir einen Rat geholt, um das Erscheinungsbild zu verbessern. Ich war unzufrieden und kam nicht weiter. Siehe hier.
Die Lösung, die vorgeschlagen wurde, war sehr einfach: Durch das Verändern des Winkels wurde das Kippen des Baumes nach rechts aufgehoben. Jetzt ist der Schwerpunkt besser definiert und das Gesamtbild ausbalanciert. Die untersten Äste wurden näher an den Stamm gebracht, was dazu führte, das die Krone nun einen besseren Bezug zum Stamm hat.
Da ich nicht viel an den Wurzeln machen kann um diese Jahreszeit, wurde eine tiefere Schale gewählt. Im Frühjahr kommt der Baum dann in eine passende, wenn ich die Wurzeln richtig zurückschneiden kann. Also muss ich erstmal mit diesem Erscheinungsbild und dem Hügel leben.
Nun werde ich noch schauen, was ich mit dem Wurzelansatz mache und dem häßlichen Loch. Entweder aushöhlen, daß Licht durchscheint oder eine Sharipartie gestalten. Aber zuerst werde ich wohl abmoosen, da die Wurzelgestaltung den längsten Zeitraum in Anspruch nehmen wird.
Endlich, nach langem Nachdenken, Drahten und positionieren der Äste ist die Gestaltung für´s Erste fertig.
So sah er aus, als ich ihn zum ersten Mal sah:
Er ging mir nicht mehr aus dem Kopf, also machte ich mir selbst ein Geburtstagsgeschenk, fuhr nochmal zur Bonsaischule, überlegte noch ein bißchen und nahm ihn mit.
Tagelang stand er dann erstmal unten im Garten, abends wenn es dunkel wurde nahm ich ihn mit hoch und überlegte was ich machen sollte. Drehte Ihn, schaute auf die Aststruktur im Inneren. Irgendwann musste ich aber mal anfangen.
Ich entfernte Äste und Zweige, die nicht zur Verzweigung passen wollten, drahtete ihn durch und positionierte die Äste für´s erste. Ziel war, ihn aufzufächern, damit Licht ins Innere gelangen kann und wieder eine Struktur zu geben. So lasse ich ihn erstmal und überlege mir, was ich noch machen soll.
Der unterste Ast ist vielleicht zu lang, aber eventuell gibt sich dieser Endruck mit der Zeit, wenn mehr Verweigung und Blätter entstanden sind.
Mir gefällt der rückseitige Ast noch nicht, werde ihn aber erstmal so lassen bis ich weiß ob die jetzt gewählte Vorderseite überhaupt so bleibt, oder ich die jetzige Rückseite nehmen werde. Hier kommt die Biegung des Stammes besser zum Ausdruck, weil sie mehr auf einen zukommt, aber hierfür müsste ich auch den Rückast entfernen. Damit warte ich lieber bis ich mir sicher bin was ich will.
Die Rückseite. Eigentlich fände ich diese Seite besser als jetzige Vorderseite.
Einen Wurzelansatz hat das Ding nicht, also werde ich nächstes Jahr an´s Abmoosen herangehen und hoffentlich verbessern können.
Man kann Drahtspuren erkennen, die schon recht lange am Baum sind. Ich habe auf einer Website gelesen, wie man diese langsam entfernen kann, und hoffe, daß es klappt. Siehe hier.
Da ich unsicher bin, wie es weitergehen soll, werde ich mir Rat in einem Bonsaistudio holen. Es gibt bestimmt einiges zu verbessern. Ich finde es wichtig, sich erst einmal selbst Gedanken über eine Gestaltung zu machen, damit man sich in den Baum hineinversetzen kann. Hab´ jetzt genug herumprobiert und werde schauen, was man noch verbessern kann. Bin gespannt.
Gestern habe ich meine Lorbeerfeige neu gedrahtet. Bei der Erstgestaltung, siehe hier, hatte ich zuviele Äste belassen, was ein wirres Erscheinungsbild ergeben hatte. Dann habe ich versucht, mich auf´s Wesentliche zu konzentrieren und noch viele Äste entfernt. Ich glaube, das war die richtige Entscheidung. Nun kommen die Verjüngung und die Bewegung des Baumes besser zur Geltung.
Vor einigen Monaten hatte ich den alten Draht von meiner ersten Gestaltung abgenommen, da die Äste begannen, den Draht zu umwallen. Nicht alle Äste blieben in der Position, die ich vorgegeben hatte, dazu war der Draht noch nicht lange genug am Baum verblieben. Ich hatte den Baum aber erst einmal in Ruhe gelassen und den Wuchs nur mit der Schere im Zaum gehalten.
Die Äste fingen an, sich wieder nach oben hin auszurichten, also war eine neue Positionierung nötig. Der Baum ist gesund, also machte ich mich an die Arbeit.
Gedrahtet wurde wie immer von unten nach oben, beginnend von den dicken Ästen hin zu den dünneren.
Ich positionierte die Äste so, das sich die entstandenen Lücken wieder füllen und gab ihnen eine interessantere Bewegung.
Die Spitze wurde neu ausgerichtet, ganz zufrieden bin ich noch nicht. Sie wurde in einem Bogen nach links gestaltet um die Rechtsbewegung des Baumes auszugleichen und sie im Lot zum Wurzelansatz hin auszurichten.
Die oberen Äste wurden auch neu angeordnet, links, hinten und rechts. Der linke Ast wurde nach unten gebracht, um die Lücke über dem linken Ast zu schließen.
Der letze Ast geht nach vorne und der dort entstehende Neuaustrieb wird als neue Spitze definiert. Die Krone soll noch ein wenig kompakter werden, ob die jetzige Höhe beibehalten wird, weiß ich noch nicht. Aber eigentlich stimmt die Gesamthöhe ja.
Der Baum wurde aus einem Steckling gezogen und von Anfang an auf den Stein gesetzt, so dass sich die Wurzeln über die Jahre hinweg daran angepasst haben. Leider wurde auf die Wurzelentwicklung nicht in dem Maße geachtet, wie ich es mir wünschen würde. Sieht irgendwie plump und grob aus. Eine Möglichkeit wäre, Stecklinge zu ziehen und diese als Wurzelpfropflinge zu verwenden, damit ich einen feineren Wurzelansatz schaffen kann, der den Stein besser umschließt.
Im Herbst wird der Baum umgetopft und die Wurzeln bearbeitet. Vielleicht kann ich dann durch Drahten die untere, dicke Wurzel mehr in die Senkrechte bringen.
Das vorläufige Endergebnis. Die Reduzierung der Äste auf ein Minimum und das Herausarbeiten einer klar definierten Spitze und Stammlinie hat dem Baum meines Erachtens nach aufgewertet. Bei der Erstgestaltung gab es keine klare Linie, der Gesamteindruck war zu chaotisch.
Ich freue mich schon auf den neuen Zuwachs und eine feinere Verzweigung.
Ich weiß noch nicht, ob ich ihn im Herbst in einen schöne Schale setze, wenn ich aber den Wurzelansatz noch mit Stecklingen pfropfen sollte wäre das unsinnig. Umtopfen muss ich aber sowieso, vielleicht finde ich ja eine akzeptable Zwischenlösung.