Samstag, 5. April 2014

(Update) Ficus microcarpa, Wurzel über Fels

Heute zeige ich Euch den neuen Status meines Ficus (Lorbeerfeige) nach einer weiteren Gestaltungsphase. Der Baum wurde neu gedrahtet, da alle Triebe, wie von der Natur aus vorgesehen, nach oben wachsen und daher für die Bonsaigestaltung neu ausgerichtet werden sollten. Auch biegen sich vorgestaltete Äste, auch wenn sie zuerst stabil wirken, nach einer gewisser Zeit wieder nach oben (bzw. zur Lichtquelle hin), was nach und nach zu korrigieren ist. Nach einiger Zeit jedoch werden die Äste dort bleiben, wo sie hingedrahtet wurden. Das kann aber mehrere Jahre dauern.
Einige Gestalter lassen den Draht sogar ganz einwachsen, um eine stabilere Position zu erreichen, mir aber sind die Narben ein Dorn im Auge, so dass ich immer entdrahte sobald ich sehe, wenn die Äste in den Draht hinein zu wachsen beginnen.

Der Draht ist eigentlich zu dick für die dicke der Äste, ich hatte aber keinen anderen und habe daher vorsichtig diesen benutzt. Hier ging es mir darum, die Aststruktur aufzufächern. Beim Schneiden nicht benötigter Triebe achtete ich darauf, nur Knospen und Triebe übrigzulassen, die nach außen zeigen. So sollte man beim Kürzen der Zweige an dem Blatt abschneiden, dass nach außen zeigt, sodass sich der neue Trieb in die gewünschte Richtung entwickelt.



Noch einige Beispiele vor dem erneuten Drahten:













Und so sieht der Baum heute aus:


Und so früher:



Wie zu erkennen ist, habe ich seit der Grundgestaltung noch viele Äste entfernt. Auch die Spitze wurde anders aufgebaut als zuvor geplant. Sie ist nun definierter, da die erste Gestaltung den Eindruck erweckte, dass der Baum 2 Spitzen habe. Nun ist die Verjüngung auch besser gestaltet und sorgt für einen ausgeglichenen Gesamteindruck. Auch eine Dreiecksform konnte ich anstreben, die dem Baum, wie ich finde, sehr gut steht. Auch Tiefe hat er durch die hinteren Äste bekommen, insgesamt strahlt der Baum jetzt auch mehr Ruhe aus, das Auge kann dem Stammverlauf besser folgen und wird nicht durch überflüssige, zu wilde Strukturen abgelenkt.

Nun geht es darum, eine bessere Ausgeglichenheit der Äste zu erreichen. Links und beim ersten Ast hinten ist der Wuchs durch die dicksten, dominantesten Äste im Verhältnis zu den sehr dünnen und weniger wüchsigen zu stark. Also müssen diese Bereiche stärker zurückgeschnitten werden als die anderen. Das gehe ich in 2 Monaten an. Dann wird voraussichtlich ein Blattschnitt durchgeführt und der Baum umgetopft.

Die komplette Entwicklungsgeschichte könnt Ihr hier und hier nachvollziehen.

Viel Spass bei Euren eigenen Gestaltungen!

Hoffentlich bis bald.

André


Samstag, 21. September 2013

Update: Ficus benjamina Gestaltungstagebuch

Nachdem ich den Baum gedrahtet und alle Äste positioniert hatte, bin ich zu einem Bonsai Gestalter gegangen und habe mir einen Rat geholt, um das Erscheinungsbild zu verbessern. Ich war unzufrieden und kam nicht weiter. Siehe hier.

Die Lösung, die vorgeschlagen wurde, war sehr einfach: Durch das Verändern des Winkels wurde das Kippen des Baumes nach rechts aufgehoben. Jetzt ist der Schwerpunkt besser definiert und das Gesamtbild ausbalanciert. Die untersten Äste wurden näher an den Stamm gebracht, was dazu führte, das die Krone nun einen besseren Bezug zum Stamm hat. 

Da ich nicht viel an den Wurzeln machen kann um diese Jahreszeit, wurde eine tiefere Schale gewählt. Im Frühjahr kommt der Baum dann in eine passende, wenn ich die Wurzeln richtig zurückschneiden kann. Also muss ich erstmal mit diesem Erscheinungsbild und dem Hügel leben.

 



Nun werde ich noch schauen, was ich mit dem Wurzelansatz mache und dem häßlichen Loch. Entweder aushöhlen, daß Licht durchscheint oder eine Sharipartie gestalten. Aber zuerst werde ich wohl abmoosen, da die Wurzelgestaltung den längsten Zeitraum in Anspruch nehmen wird.

So gefällt er mir aber schonmal besser.




Sonntag, 15. September 2013

Ficus benjamina, Gestaltungstagebuch

Endlich, nach langem Nachdenken, Drahten und positionieren der Äste ist die Gestaltung für´s Erste fertig.

So sah er aus, als ich ihn zum ersten Mal sah:





Er ging mir nicht mehr aus dem Kopf, also machte ich mir selbst ein Geburtstagsgeschenk, fuhr nochmal zur Bonsaischule, überlegte noch ein bißchen und nahm ihn mit.

Tagelang stand er dann erstmal unten im Garten, abends wenn es dunkel wurde nahm ich ihn mit hoch und überlegte was ich machen sollte. Drehte Ihn, schaute auf die Aststruktur im Inneren. Irgendwann musste ich aber mal anfangen.














Ich entfernte Äste und Zweige, die nicht zur Verzweigung passen wollten, drahtete ihn durch und positionierte die Äste für´s erste. Ziel war, ihn aufzufächern, damit Licht ins Innere gelangen kann und wieder eine Struktur zu geben. So lasse ich ihn erstmal und überlege mir, was ich noch machen soll.

Der unterste Ast ist vielleicht zu lang, aber eventuell gibt sich dieser Endruck mit der Zeit, wenn mehr Verweigung und Blätter entstanden sind.








Mir gefällt der rückseitige Ast noch nicht, werde ihn aber erstmal so lassen bis ich weiß ob die jetzt gewählte Vorderseite überhaupt so bleibt, oder ich die jetzige Rückseite nehmen werde. Hier kommt die Biegung des Stammes besser zum Ausdruck, weil sie mehr auf einen zukommt, aber hierfür müsste ich auch den Rückast entfernen. Damit warte ich lieber bis ich mir sicher bin was ich will.












Die Rückseite. Eigentlich fände ich diese Seite besser als jetzige Vorderseite.


Einen Wurzelansatz hat das Ding nicht, also werde ich nächstes Jahr an´s Abmoosen herangehen und hoffentlich verbessern können.






Man kann Drahtspuren erkennen, die schon recht lange am Baum sind. Ich habe auf einer Website gelesen, wie man diese langsam entfernen kann, und hoffe, daß es klappt. Siehe hier.



Da ich unsicher bin, wie es weitergehen soll, werde ich mir Rat in einem Bonsaistudio holen. Es gibt bestimmt einiges zu verbessern. Ich finde es wichtig, sich erst einmal selbst Gedanken über eine Gestaltung zu machen, damit man sich in den Baum hineinversetzen kann. Hab´ jetzt genug herumprobiert und werde schauen, was man noch verbessern kann. Bin gespannt.